Neurochirurgie Karlsruhe
Neurochirurgie Karlsruhe

ANTHONY JOHN RAIMONDI (1928 - 2000)

Raimondi wurde in Chicago, Illinois, geboren. Studium  in Chicago und Rom, hier Abschluß 1954 an der Sapienza. Zunächst allgemeinchirurgische Tätigkeit in Chicago (Wesley and Lukes´Hospital). 1957-59 Militärdienst in einem US Army Hospital in La Rochelle, Frankreich. Neurochirurgische Ausbildung unter Joseph Evans und Sean Mullan, Chicago. 1963 - 1969 Direktor am Cook County Hospital, 1969 - 1980 Direktor am Children´s Memorial Hospital in Chicago. 1972-1982 Direktor der Neurochirurgie an der Northwestern University, 1982 Rücktritt vom Direktorat aus persönlichen Gründen. Danach Leiter der pädiatrischen Neurochirurgie an der Sapienza, Rom. 1989 Emeritierung in Rom. Raimondi hat 14 Bücher über pädiatrische Neurochirurgie verfaßt.

TRAUGOTT RIECHERT (29.10.1905-1983)

Riechert wurde in Lyck, Ostpreußen, geboren. Bei Bircher-Hirschfeld in Königsberg Ausbildung zum Ophthalmologen. Von 1931–34 Weiterbildung bei Karl Kleist, Frankfurt, zum Nervenarzt. Danach chirurgische Weiterbildungsaufenthalte bei Tönnis, Würzburg und Löhr, Magdeburg. Am 01.10.1936 wurde Riechert Leiter der Abteilung für operative Neurologie bei Kleist. 1940 Habilitation mit einer Arbeit über die zerebrale Angiographie. 1946 Ruf nach Freiburg, wo er 1950 zunächst mit Wolff, Hassler und Mundinger, und später mit Umbach und Gabriel die stereotaktische und funktionelle Neurochirurgie sowie die stereotaktische Neuronuklearmedizin (mit Mundinger) in Europa begründete.

HUGO RIZZOLI (20.08.1916-4.12.2014)

Rizzoli wurde als Kind italienischer Immigranten in Newark, NJ geboren. Studium an der Johns Hopkins University, wo er sein Medizinstudium 1940 beendete. Zunächst internistische Weiterbildung, ab 1942-43 als Harvey Cushing-Fellow Tätigkeit im chirurgischen Ausbildungsprogramm, 1943 Assistent bei Walter Dandy bis zur Beendigung seiner Ausbildung 1944. Danach als Lazarettchirurg tätig, ab Oktober 1945 am Walter Reed General Hospital, zuletzt Ende 1946 als Leiter der neurochirurgischen Abteilung. Danach am George Washington University Hospital, wo er u.a. die Notfallaufnahme aufbaute. 1969 wurde er an der Klinik erster Vollzeitprofessor und Leiter der Neurochirurgie bis zu seiner Emeritierung 1987.

LEOPOLD SCHÖNBAUER (1888 – 1963)

Schönbauer wurde in Thaya, Niederösterreich, geboren. Medizinstudium ab 1907 an der Deutschen Karl-Ferdinand-Universität in Prag. Ab 1914 Kriegsdienst und ab 1916 chirurgische Ausbildung bei v. Eiselberg, Wien. 1926  Studienaufenthalt bei Cushing in Boston. 1930 Leiter der Chirurgischen Abteilung in Lainz. 1939 wurde er zum Vorstand der 1. Chirurgischen Klinik in Wien gewählt. Wissenschaftlich hat sich Schönbauer auch mit der  Neurochirurgie beschäftigt. Hier vor allem Arbeiten über die Pathologie und die Behandlung der Gehirnerschütterung und des Hirnödems. Die zusammen mit H. Hoff  herausgegebene Monographie „Hirnchirurgie - Erfahrungen und Resultate“ (1933) gehörte zu den ersten deutschsprachigen Mongraphien über dieses Fachgebiet.

JOHANNES SCHRAMM

Jahrgang 1946. Gebürtig in der SBZ (Sachsen-Anhalt). Abitur und Studium der Humanmedizin in Heidelberg. Staatsexamen und Promotion 1972, Approbation 1973. Neurochirurgische Ausbildung bei Umbach und Brock. Facharzt für Neurochirurgie 1979. Habilitation bei Brock (Veränderungen von SEP bei progredienter Rückenmarkskompression), danach Ltd. Oberarzt bei Fahlbusch, Erlangen. 1983 C3-Prof. ebenda. 1989 Lehrstuhl Bonn (Nachfolge Wüllenweber). Schramm hat umfassend auf allen Gebieten der Neurochirurgie gearbeitet. In Bonn entwickelte er die Technik der Motorcortexstimulation wie sie heute weltweit als Standard etabliert ist. Durch die enge Kooperation mit dem Epilepsiezentrum Bonn (Penin, Elger), entwickelte Schramm Bonn zum führenden epilepsiechirurgischen Schwerpunktzentrum in Deutschland mit über 2500 Eingriffen. Schramm hat seine Mitarbeiter früh an anspruchsvolle Techniken der kranialen Neurochirurgie herangeführt und lernte von diesen moderne Fusionstechniken an der Wirbelsäule.

KURT FRIEDRICH SCHÜRMANN (1920 - 2006)

Schürmann wurde in Bochum geboren. Ab 1939 Studium der Medizin in Leizig, das von Kriegseinsätzen unterbrochen wurde. Fortführung des Studiums in Marburg, Heidelberg, Innsbruck, wo er im April 1945 sein Studium beendete. Durch Wolfram Sorgo Besuch bei Wilhelm Tönnis in Bad Ischl, wo dieser Leiter eines Luftwaffenlazaretts war. 1946 bis 1951 allgemeinchirurgische Ausbildung bei Tönnis in Bochum-Langendreer. 1951-52 neurochirurgische Fortbildung bei dem Tönnis-Schüler Eduard Weber in München. Danach Tätigkeit bei Tönnis an der Universitsklinik Köln und ab 1955 Tätigkeit an der chirurgischen Universitäsklinik in Mainz, wo er bis zu seiner Emeritierung 1988 Direktor der Klinik für Neurochirurgie war. Schürmanns wissenschaftlicher Schwerpunkt lag auf dem Gebiet der operativen Therapie extrapyramidaler Hyperkinesen, chronischer Schmerzzustände sowie der Schädelbasischirurgie. Mitbegründer der "Skull Base Study Group" 1979.

Jean Siegfried (14.02.1931-16.04.2014)

Siegfried war Romand und wurde in Genf geboren. Staatsdiplom für Medizin ebenda 1956. 1960 Dissertation über den Plexus solaris (Anatomie, Genf). Zwischen 1957-1962 Auslandsaufenthalte in London (McDonald Critchley), Strasbourg (Hôpital Civil), Salpetrière (Scherrer, Alajouanine),  MNI (Montreal) (Rasmussen) und Boston (Sweet). 1962-65 Assistent bei Krayenbühl, Zürich, Mai 1965 Oberarzt, 1966 FMH Neurochirurgie, 1969 Habilitation (Die Parkinson´sche Erkrankung und ihre Behandlung) sowie 1975 Titularprofessor und ab 1977 Leitender Arzt an der Universität Zürich. Von 1986-2001 neurochirurgische Tätigkeit in einer Privatklinik, Zürich. Siegfried hat die Stereotaxie in der Schweiz in ihrer gesamten Breite weiter entwickelt, deren Technik er ursprünglich von M.G. Yasargil gelernt hatte. Siegfried hat Wesentliches auf dem Gebiet der konservativen und operativen Therapie des M. Parkinson geleistet sowie wesentlich zur klinischen Entwicklung neuromodulatorischer Verfahren (DBS, SCS, PNS) beigetragen . Er führte die Gammaknife-Therapie bei neurochirurgischen Erkrankungen ab Ende der 1990er Jahre in der Schweiz ein. Ca. 600 Publikationen.

 

 

OLOF SJÖQVIST (1901 – 1954)

Schwedischer Neurochirurg, der seine Ausbildung 1924 bei Olivecrona in Stockholm und bei Fulton in Yale, USA, erhielt. In Stockholm begann Sjöqvist seine neuroanatomischen Arbeiten über die Schmerzleitung des N. trigeminus. Auf der Basis seiner Untersuchungen führte Sjöqvist die Methode der medullären Traktomie ein und veröffentlichte seine Ergebnisse 1937 im Zentralblatt für Neurochirurgie. Weitere wesentliche wissenschaftliche Beiträge befaßten sich mit der Liquorproduktion. Nach dem Krieg stammt von Sjöqvist ein wesentlicher, unvollendeter Beitrag über die Chirurgie der Hinnerven im Handbuch der Neurochirurgie (1957).

ARIST STENDER (1903 - 1975)

Stender wurde in Riga geboren. Studium der Medizin in Jena und Freiburg i.Br., Abschluß 1926. Neurologische Fortbildung an der Universitätsnervenklinik Halle/S. sowie in Hamburg-Eppendorf (Max Nonne). Durch Rockefeller-Stipendium Aufenthalt 1932 am American Institute in Boston (Cushing) und 1933 in Chicago (Bailey). Danach bei Otfrid Foerster in Breslau, dessen letzter Oberarzt er 1935-41 war und dessen Nachfolger er nach Foersters Tod 1941 wurde. 1938 Habilitation. Ab 1946 im Krankenhaus Berlin-Westend und bereits 1948 Gründung einer Neurologisch-Neurochirurgischen Klinik  ebenda, dessen Direktor er wurde. 1969 Emeritierung.

ULRICH STEUDE (14.04.1942 - 27.01.2010)

Steude wurde in Rottweil geboren. Studium der Medizin in München. Zunächst chirurgische Tätigkeit als Medizinalassistent nin der Gynäkologie, Allgemeinchirurgie sowie Experimentellen Chirurgie bei Brendel, bei dem Steude promovierte. 1969 Approbation. Steude begann seine neurochirurgische Tätigkeit unter Frank Marguth, der von Tönnis, Köln nach München gekommen war. 1978 Facharztanerkennung für Neurochirurgie und 1988 Habilitation und Erlangung der Venia legendi für Funktionelle Neurochirurgie über „Die Trigeminusneuralgie“. Steude arbeitete klinisch auf diesem Gebiet weiter und hat mit weit über 700 operierten mikrovaskulären Dekompressionen (OP nach Jannettta) die größte Serie dieser OP-Technik in Deutschland vorgelegt. Die elektrische Dauerstimulation des Ganglion Gasseri bei Trigeminusneuropathie geht auf seine Entwicklung zurück. Pensionierung im Jahre 2008. Steude verstarb in Hamburg.

ALEXANDER STIEDA (1875 - 1966)

Stieda wurde in Dorpat geboren. Studium der Medizin in Freiburg i.Br. und Königsberg. 1899 Tätigkeit am Pathologischen Institut in Chemnitz, von 1900-19 Assistent in der Chirurgischen Universitätsklinik in Halle/S.. 1906 Habilitation für Chirurgie. 1909 Oberarzt bei v. Bramann und dessen Nachfolger Voelcker und Ernennung zum Professor. 1919 zunächst ärztliche Tätigkeit in einer Praxis am Weidenplan, 1920 ordentlicher Honorarprofessor. 1931 Fortbildungsaufenthalt in den USA. 1946 o. Prof. für Chirurgie an der Universitätsklinik Halle/S.. Emeritierung 1950.

BYRON POLK STOOKEY (1887 - 1966)

Stookey wurde in Belleville, Illinois, geboren. Er gilt als Begründer der US-amerikanischen Nervenchirurgie. Fortbildungsaufenthalte in Genf, Wien und Berlin. Chirurgische Ausbildung in Boston. Im 1. Weltkrieg Spezialisierung auf die Chirurgie von Nervenverletzungen. Neurochirurgische Tätigkeit bei Elsberg, New York. 1919 neuroanatomischer Instruktor an der Columbia-Universität, New York. 1928-1943 Direktor der Neurochirurgischen Klinik. 1922 publizierte Stookey die erste umfassende Monographie über die operative Behandlung peripherer Nerven „Surgical and Mechanical Treatment of Peripheral Nerves“ und zusammen mit Ransohoff ein Standardwerk über die Trigeminusneuralgie „Trigeminal neuralgia: its history and treatment“ (1955).

WILLIAM HERBERT SWEET (1910 – 2001)

Sweet wurde in Kerriston, Washington, geboren. 1934 in Oxford B.Sc. (Neurophysiologie) und Fortbildung für Innere Medizin (Würzburg). Medizinexamen 1936 in  Harvard. 1936-39 neurochirurgische Fortbildung bei Bailey in Harvard. Danach in Harvard bei White. 1961 Leiter der Neurochirurgie am Boston General Hospital und Professor für Chirurgie in Harvard (1964). Sweet war umfassend auf dem Gebiet der Neurochirurgie tätig. U.a. wandte er die Hypothermie bei Hirnoperationen an und führte als Erster die Carotis-Endarteriektomie durch (1954). Bekannt wurde er jedoch mit seinen schmerzchirurgischen Arbeiten (Thermorhizotomie bei Trigeminus- und Vagoglossopharyngeus-Neuralgie).

WILHELM TÖNNIS (1898 - 1978)

Tönnis wurde in Kley, heute zu Dortmund gehörig, geboren. Er erhielt seine chirurgische Ausbildung in Frankfurt/M (Viktor Schmieden) sowie in Würzburg (Fritz König), wo er sich  auf dem Gebiet der Neurochirurgie spezialisierte. Längerer Auslandsaufenthalt bei Olivecrona (Stockholm). 1937 wurde er in Berlin Leiter der ersten eigenständigen "Neurochirurgischen Klinik am Hansaplatz" (Hansaklinik) in Berlin. Im selben Jahr Mitglied der NSDAP. Von 1939-1945 als oberster Neurochirurg Tätigkeit in verschiedenen Luftwaffenlazaretten. 1946-1951 in Bochum-Langendreer tätig, wurde er in der BRD als Erster auf ein eigenständiges Ordinariat für Neurochirurgie in Köln berufen (1951). Begründete in Deutschland eine neurochirurgische Schule.

WILHELM UMBACH (1915 - 1976)

Umbach wurde in Frankfurt a. Main geboren. Neurochirurgische Ausbildung bei Riechert in Freiburg i. Br.. 1966 Chefarzt der Neurochirurgischen Abteilung am Jung-Stilling-Krankenhaus in Siegen, 1969 Ruf auf das Ordinariat für Neurochirurgie der Freien Universität Berlin am Klinikum Steglitz. Arbeiten über Stereotaxie und Gesichtsneuralgien.

REINHOLD RUDOLF UNGER

Jahrgang 1923, Schüler von Budde und Serfling, nahm wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Neurochirurgie im ostdeutschen Raum. Er baute Neurochirurgische  Abteilungen an der Ernst-Moritz-Arndt Universität in Greifswald und später an der Chirurgischen Klinik der Charité Berlin auf, die als ein wesentliches Element die Verbindung zum Fachgebiet Neurologie beinhalteten. Er prägte für die DDR den Begriff der „funktionell selbstständigen neurochirurgischen Abteilung“, womit die endgültige fachliche Trennung von der  Chirurgie zum Ausdruck kam. (Text: HJ Synowitz)

HENK VERBIEST (16.07.1909 - 27.08.1997)

Studium der Medizin in Leiden 1927-1934. Neurologische Fortbildung unter Rademaker und Gans 1934-1938. 1938 bis 1939 Spezialisierung bei Clovis Vincent in Paris. Nach dem 2. Weltkrieg Beendigung seiner neurochirurgischen Fortbildung unter Lenshoek. 1942 Facharzt für Neurochirurgie und erster Leiter der neurochirurgischen Abteilung an der Universitätsklinik Utrecht. 1949 Privatdozent, 1963 Professor für Neurochirurgie. Er war der erste operierende Neurologe in den Niederlanden wie Vincent in Paris oder Foerster in Breslau. Verbiest beschrieb als einer der ersten Neurochirurgen den engen lumbalen Spinalkanal und das Symptom der neurogenen Claudicatio. Insgesamt war sein Arbeitsschwerpunkt die Wirbelsäulenchirurgie. 1979 Emeritierung an der Universität Utrecht.

 

CLOVIS VINCENT (1879 - 1947)

Französischer Neurologe, der erst 46-Jährig Neurochirurg wurde. Neurologische Ausbildung bei Joseph Babinski ab 1905 im Hôpital La Pitié. 1927 Studienaufenthalt bei Cushing. Nach seiner Rückkehr und gefördert durch Babinski und de Martel, begründete Vincent am Hôpital Salpétrière die moderne Neurochirurgie in Frankreich. Ab 1933 arbeitete Vincent an der Pitié, wo er 1938 einen Rockefeller-Lehrstuhl für Neurochirurgie erhielt. Im Januar 1939 wurde er der erste Professor für Neurochirurgie in Frankreich. Seine neurochirurgischen Arbeiten befaßten sich mit Störungen des Hirnstamms, des Weiteren über die Zusammenhänge zwischen Hirnödem und Einklemmungssymptomatik. So entwickelte er eine eigene Komaskala, die lange Zeit ihre Gültigkeit behielt.

ARTHUR EARL WALKER (1907 - 1995)

Walker wurde in Winnipeg, Manitoba geboren. Er wurde Nachfolger Dandys 1947 am Johns Hopkins Hospital. Von Walker stammen fundamentale Arbeiten über den Thalamus bei Primaten (The Primate Thalamus, 1938), zu kongenitalen Hirnatresien (Dandy-Walker-Syndrom), ferner wichtige Arbeiten über die Auswirkungen des Penicillins auf das ZNS (1946) zur Epilepsie sowie über die Geschichte der Neurochirurgie (A History of Neurological Surgery, 1951). Er hat frühzeitig die Problematik und Relevanz des Hirntodes erkannt und international wesentlich zur Entwicklung der Hirntoddiagnostik beigetragen und ein Standardwerk zu diesem Thema vorgelegt (Cerebral Death, 1977).

FRIEDRICH WEICKMANN (1913-1983)

Weickmann war Allgemeinchirurg bevor er am 1.1.1951 zu Georg Merrem ging. Die neurochirurgische Universitätsklinik Leipzig, am 1.9.1949 gegründet, wurde 1954 selbständig. Weickmann wurde Merrems erster Oberarzt, bevor er am 15.10.1954 die Leitung der neurochirurgischen Klinik in Berlin-Buch als Nachfolger Ammermanns übernahm, der, aus der BRD im Frühjahr auf die Position berufen, weniger als ein Jahr im Amt war. Diese Klinik war nach Leipzig die zweite selbständige neurochirurgische Klinik in der DDR, die Weickmann zu einer 68-Bettenabteilung ausbaute, mit allen diagnostischen Möglichkeiten und auch einer Forschungsabteilung. Tätigkeitsschwerpunkte waren vor allem die Neuroradiologie sowie die Entwicklung interventioneller Verfahren. Auf Grund seiner Leistungen wurde ihm 1959 der Titel "Verdienter Arzt des Volkes" verliehen. Weickmann hat insgesamt über 350 Wort- und Schriftbeiträge publiziert. Weickmann wurde 1979 pensioniert. (Foto: G. Nisch).

 

JAMES CLARKE WHITE (1895 - 1981)

Geboren in Wien. Großvater und Vater waren Dermatologen an der Harvard Medical School. Nach dem Abschluß des Medizinstudiums 1923 pathologische Fortbildung bei McCallum am Johns Hopkins Hospital, Europaaufenthalt in Paris bei Hovelacque und bei René Leriche in Strasbourg, der seine neurochirurgische Karriere initiierte. Durch Leriche zunächst Arbeiten auf dem Gebiet des Autonomen Nervensystems. Die entsprechende Monographie erschien in drei Auflagen. 1941 - 1961 Leiter der Neurochirurgischen Klinik am Massachusetts Generel Hospital. Hier Arbeitsschwerpunkt Schmerzchirurgie. Zusammen mit seinem Mitarbeiter William Sweet Monographien auf dem Gebiet der Schmerzchirurgie (Pain and the Neurosurgeon (1969), Pain - It´s Mechanisms and its Neurosurgical Control (1955)).

WOLFHARD WINKELMÜLLER

wurde am 31.05.1938 in Emden geboren. Studium der Medizin in Göttingen und München. Staatsexamen in Göttingen. 1965 ein Jahr Fortbildung in Pathologie in Göttingen, 1966-68 neurochirurgische Weiterbildung in Oldenburg. 1969-71 Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt/M. (Hassler), ab 1971 Neurochirurgie MH Hannover (Hermann Dietz). 1977 apl. Prof. ebenda, 1983-1992 Leitender Arzt der neurochirurgischen Abteilung der Paracelsus-Klinik in Osnabrück, ab 1992 wieder als Neurochirurg in Hannover tätig. 2003 Pensionierung. Winkelmüller ist einer der letzten Generalisten der Neurochirurgie in Deutschland. Sein Name bleibt verbunden mit der Entwicklung der modernen neurochirurgischen Schmerztherapie in Deutschland, in der die destruierenden hin zu modernen, neuromodulatorischen Methoden verlassen wurden. Zahlreiche wissenschaftliche Buch- und Zeitschriftenbeiträge auf dem Gebiet des Schmerzes.

BARNES WOODHALL (1905 – 1985)

Geboren in Rockport, Maine. 1930 Medizinexamen. Bis 1937 neurochirurgische Weiterbildung bei Dandy an der Johns Hopkins University. 1937 Aufbau einer neurochirurgischen Abteilung an der Dukes University, Durham, N.C.. Während des 2. WK diente er ab 1942 im Medical Corps der US Army und wurde Leiter der neurochirurgischen Abteilung am Walter Reed General Hospital. In dieser Zeit spezialisierte er sich auf Verletzungen peripherer Nerven. Die Untersuchungsergebnisse wurden 1945 in Peripheral Nerve Injuries (mit Haymaker) veröffentlicht wofür er militärisch geehrt wurde, bzw. 1956  in Peripheral Nerve Regeneration, eine bis heute einzigartige Nachuntersuchung von  3656 Nervenverletzungen im 2. Weltkrieg.

MAHMUT GAZI YASARGIL

Yasargil wurde 1925 im kurdischen Ort Lice, Südosttürkei, geboren. Studium der Medizin an der Friedrich Schiller-Universität in Jena sowie an der Universität Basel. Vor allem in Basel neuroanatomische Fortbildung. Ab 1953  Assistent an der Neurochirurgischen Universitätsklinik Zürich (Hugo Krayenbühl). 1965-66 Ausbildung in Experimenteller Mikroneurochirurgie bei Donaghy, USA. Ab 1967 Einführung des mikroneurochirurgischen OP-Standards in Zürich. 1973 Nachfolger von Krayenbühl als Kliniksdirektor. Fundamentale Beiträge stammen von Yasargil vor allem zur vaskulären Mikroneurochirurgie und  deren Neuropathoanatomie. Yasargil ist Verfasser des Standardwerks „Microneurosurgery“ (1984-1996). Emeritierung in Zürich 1992, kommissarische Fortführung der Dienstgeschäfte bis 1993 (Nachfolger: Yonekawa). Seither Fortführung der neuroanatomischen und klinischen Tätigkeit in Little Rock, Arkansas, USA.