Neurochirurgie Karlsruhe
Neurochirurgie Karlsruhe

Einleitung

In der umfassenden Darstellung „Tunnel Syndromes“ (Pecina M et al. 2001) werden für die unteren Extremitäten 16 potentielle Nervenengpaßsyndrome angeben.

Mithin liegen hier deutlich weniger Nervenengpaßsyndrome vor als für die oberen Extremitäten vor. Ein Hauptgrund könnte sein, daß es im Bereich des Beines vornehmlich zweidimensionale physiologische Bewegungsabläufe gibt (Beugung und Streckung) und lediglich im Fuß dreidimensionale physiologisch auftreten (oberes und unteres Sprunggelenk). Dahingegen  liegen im Bereich der Schulterm des Armes, vor allem Unterarm und Hand, überwiegend dreidimensionale physiologische Bewegungsabläufe vor. Die klinisch häufigsten Engpaßstellen finden sich demzufolge im Bereich des Unterarmes und der Hand bzw. im Bereich unterhalb des Kniegelenkes und im Fuß.

Periphere Nervenkompressionssyndrome der oberen Extremitäten stellen die häufigsten mononeuropathischen Krankheitsbilder dar, mit denen ein niedergelassener Arzt konfrontiert wird und stellen daher auch die weitaus häufigsten Eingriffe in der Chirurgie peripherer Nerven dar. Sie sind ein typisches Behandlungsfeld niedergelassener Neurochirurgen, Handchirurgen bzw. Orthopädischer  und Traumatologischer Chirurgen.

Periphere Nerven können vor allem in ihrem jeweiligen Verlauf in den Extremitäten an bestimmten physiologischen Engpaßstellen komprimiert werden. Meist handelt es sich um solche Stellen, an denen Muskeln, Bänder oder Sehnenplatten den normalen anatomischen Raum, den die Nerven haben, einengen. Wenn auf Grund bestimmter Ursachen, z.B. Muskelhypertrophie durch körperliches Training (Fitnessstudio), monotone Armbewegungen am Arbeitsplatz mit sich häufig wiederholenden Rotationsbewegungen der Hand und des Unterarmes, oder Narbenbildung nach vorangegangenen Operationen, dieser anatomische Raum weiter eingeengt wird, können Nerven gereizt und zu teilweise erheblichen Schmerzen, Taubheitsgefühl, Kribbelparästhesien bzw. Lähmungen einzelner Muskeln bzw. ganzer Muskelgruppen führen, die von dem geschädigten Nerv versorgt werden.